GULU ist im Breisgau angekommen und – man hätte die Uhr danach stellen können – pünktlich zur vereinbarten Zeit um 10 Uhr morgens stehen wir im Weingut Gallushof in Teningen-Heimbach. “Berater Johannes” kommt wohlgelaunt auf uns zu.

Die Weingutsbezeichnung “Gallushof” erinnert übrigens an einen irischen Mönch mit Namen “Gallus”, der im 6. Jh. den alemannischen Raum missionierte und so zum Schutzpatron der Heimbacher Pfarrkirche wurde. Auch Vorfahren der Familie Hügle trugen diesen Namen und der Hahn im Wappen zeugt von dieser Kirchen- und Familiengeschichte: übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet “Gallus”, der Hahn.

 

Johannes Gallus Hügle ist sowohl Betriebsleiter und Eigentümer seines Bio-Weingutes als auch Teilzeit-Angestellter beim Beratungsdienst ökologischer Weinbau am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg. Unkompliziert, unkonventionell, seiner Philosophie des ökologischen Weinbaus folgend – auch wenn er hier und da mal aneckt, im Gespräch immer frei von der Leber weg - ein echter Typ, der im Gedächtnis bleibt. “Ich lass’ mich nicht verbiegen”, das sagt er mehrfach und wenn man sich dann noch den Weingutsnamen ins Gedächtnis ruft: Gallus – Gallier – Asterix ... Sie erinnern sich doch:

“Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die römischen Legionäre ...”

Irgendwie drängt sich mir zunehmend eine wie auch immer geartete Parallele auf...

Wir sitzen und plaudern im Verkaufs-, Verkostungs-, Lager- und was weiß ich noch –Raum im Gallushof und lassen uns richtig Zeit beim Verkosten.

Im Fasslager nebenan reifen die Weine und lassen sich ebenso Zeit. Auch wenn sie dann abgefüllt sind, können sie oftmals noch einige Zeit im eigenen Keller ruhen und reifen. Wie der Markt und die ungeduldigen Kunden halt so sind: der Wein muss häufig eigentlich zu früh abgefüllt werden und für sein volles Potential genussvoll zu genießen sollte man dann durchaus noch ein wenig warten.

Dies gilt im Gallushof für den 2011er Spätburgunder Rotwein trocken Barrique, dem vor der freundlichen Übernahme ins GULU-Mobil neben seinem Etikett auch noch das ihm zustehende silberne Siegel der ’AWC Vienna 2014’ aufgedrückt wird, eine der größten offiziell anerkannten Weinbewertungen der Welt.

 

Angesprochen auf die Kirschessigfliege, die im vergangenen Jahr so manchem Winzer große Sorgen bereitete, erklärt Johannes Hügle, dass ein Ausrotten sowieso nicht möglich ist. Gerade deshalb sei es insbesondere im ökologischen Weinbau wichtig das Bewusstsein zu entwickeln, mit der Kirschessigfliege zu leben und nicht gegen Sie. Was nicht heißt, ihr das Einnisten auf den Trauben leicht zu machen! Da hat er seine Methode entwickelt, die aufwändig war, aber erfolgreich und – hier und da vielleicht aneckt... Er lässt sich halt nicht verbiegen – GULU ist verschwiegen und verrät nichts an dieser Stelle.

Und als wir ihm beim Abschied vom Gallushof von unseren weiteren Besuchen bei Bio-Winzern entlang der Badischen Weinstraße erzählen, sollen wir “Schöne Grüße vom Berater Johnnes” mitnehmen – was wir auch tun. Er ist schon bekannt wie ein bunter Hahn Winken, der Berater Johannes.