5 aus 9 mit Zusatzzahl - Tag 1

Entgegen dem Titel der WäinTour 2015 “5 aus 9 mit Zusatzzahl” war die Reise weit entfernt davon, eine Lotterie gewesen zu sein und es gab ausschließlich Gewinner! Vorausgesetzt man hat daran teilgenommen ... und ein wenig teilgenommen hat man ja auch, wenn man im Nachhinein von den von Freunden mitgebrachten geschmackvollen Tropfen zehren kann.

 

Am Mittwoch, 15. April 2015 ging die Reise los. Bei herrlichem Frühlingswetter war es schon im Auto ein Genuss, an die Badische Weinstraße zu reisen. Und allein schon die Lage unserer ersten Station, Gut Nägelsförst in Baden-Baden (Varnhalt) begeisterte bei diesem Wetter. Auf der einen Seite von Bäumen umgeben, öffnet sich vom Gutspark aus ein Panorama über die Reben hinweg in die Rhein-Ebene.

Die kleine Weinprobierstube grenzt an mehrere repräsentative Räumlichkeiten des Herrenhauses. Frische Weine aus dem Stahltank sowie im großen Holzfass und im Barrique gereifte Weiß- und Rotweine wurden bei einem netten Plausch mit einer Mitarbeiterin des Gutes verkostet. Insbesondere das aktuelle Angebot der 2009er Cuvée Riesling Urgestein konnte sich mein FUNDUS nicht entgehen lassen.

Das Gut mit seinen insgesamt rund 36 ha Rebfläche steht allerdings zum Verkauf, aus Altersgründen des Eigentümers. Insofern hier der Aufruf an alle – für ein paar schlappe Nullen hinter der 13 könnten Sie den Zuschlag erhalten.

GULU fehlte hierzu das nötige Kleingeld und erfreute sich deshalb umso mehr an der grandiosen Aussicht (gratis!) von der nahegelegenen Burg Windeck (Hotel-Restaurant) in Bühl. Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterrasse – das ist wie Urlaub. Und heute ist nicht nur das Straßburger Münster in Sicht sondern auch die Vogesen sind klar zu erkennen. Hier wird demnächst auch ‘mal das Zelt aufgeschlagen ... 

Etappenziel des ersten Tages war Herztal – ein Ortsteil von Oberkirch in der Ortenau. Die Zimmer im Gasthof Rose reserviert konnten die Weine des Weingutes Herztal ausgiebig verkostet werden – schließlich sind beide fußläufig nur 5 Minuten voneinander entfernt. Das Weingut unterhält um diese Jahreszeit auch eine Frühlings-Straußwirtschaft, die mitten in der Woche gut besucht war. Nachteil für uns war aus diesem Grunde, dass sich die Wein-Verkostung ein wenig lange hinzog. Aber zwischen dem Umsorgen der Gäste fand das Winzerehepaar immer wieder Zeit, uns ihre Weinauswahl nach Wunsch vorzustellen und einzuschenken. Wir wollen deshalb nicht auf gehobenem Niveau jammern!

Bemerkenswert waren neben den üblichen Reben-Verdächtigen die vielfältigen Barrique-Weine in Rot. Denn neben dem Spätburgunder liegen im Herztal auch Merlot, Cabernet Dorsa, eine Cuvée aus diesen 3 Rebsorten, Regent sowie Syrah (WEINDRÜCKE - ein Herz für ...) im Fass. In der Flasche sind aktuell die Jahrgänge 2009 – 2011 auf der Weinliste zu finden und in GULUS FUNDUS wurde der schon vorhandene Bestand ein wenig aufgestockt.

 

Dieser herrliche Frühlingstag fand auf der Restaurantterrasse der Rose im Herztal bei einem vorzüglichen Lammfilet in Begleitung eines kräftigen Roten von der Winzergenossenschaft Oberkirch seinen genussvollen Ausklang.

 

5 aus 9 mit Zusatzzahl - Tag 2

Auch am nächsten Morgen (Donnerstag, 16. April 2015) zeigte sich anfangs noch die Sonne. Doch die Wolken werden an diesem Tag dominieren bis dann am späten Nachmittag der Regen Einzug hält. Da jedoch eh Innendienst Winken angesagt ist, nehmen wir es heute mit Humor. Anders als morgen – da wird uns das Lachen noch vergehen ... aber davon später mehr.

Auf geht’s in den Breisgau, genauer gesagt nach Teningen-Heimbach, wo uns Berater Johannes in seinem Weingut Gallushof um 10 Uhr erwartet (Das KELLERGESPRÄCH können Sie hier nachlesen).

Nach 3 Stunden (so viel Zeit hatten wir ursprünglich gar nicht eingeplant) kehren wir zur Mittagsrast im Schlosscafe Heimbach ein, das erst Anfang des Jahres 2014 von den Brüdern Delling übernommen wurde. Der eine in der Küche, der andere als freundlicher und herzlicher Gastgeber im Service. Eigentlich hatten wir schon aus der Speisekarte gewählt, als uns das Tagesmenü empfohlen wurde (ohne Rücksicht auf die entgehenden Einnahmen). Richtig lecker und das Auge aß auch mit. Eine rundum gelungene Mittagspause. GULU wünscht an dieser Stelle weiterhin viel Erfolg und wenn Sie in der Nähe sind – schauen Sie ruhig ‘mal ‘rein im Schlosscafe Heimbach!

Gestärkt ging es dann nach Britzingen, wo GULU zum letzten Mal vor mehr als 10 Jahren war. Es wurde wieder Zeit und es hat sich gelohnt. Und auch hier wieder – große Tour durch das Weinangebot, das durch freundliche und aufmerksame Mitarbeiter vorgestellt wurde:

Gutedel, Weisser und Grauer Burgunder, Chardonnay, Spätburgunder und Rotwein Cuvées – immer die verschiedenen Ausbauarten und Qualitätsstufen im Vergleich.

Dass GULU gerade die unterschiedlich im Holz ausgebauten Weine besonders zusagen, liegt allein an meiner persönlichen Vorliebe, die für jeden Weingenießer das Maß aller Dinge sein sollte und dabei ganz individuell ist. Was mir schmeckt muss Ihnen noch lange nicht zusagen und nur weil es mir schmeckt müssen Sie noch lange nicht davon überzeugt sein. Lassen Sie allein Ihre Nase und Ihren Gaumen entscheiden, welchen Wein sie trinken möchten – egal was die (selbsternannten) Kritiker sagen. Orientierung ist gut – aber trinken müssen Sie ihn sowieso selbst.

Zum Abschluss gab es dann noch einen ganz besonderen und nicht ganz alltäglichen Tropfen ins Glas: eine 2013er Britzinger Rosenberg Rotwein Trockenbeerenauslese.

Dieser edelsüße Wein ist schön fruchtig und nicht pappig – da freut man sich schon auf das nächste Schlückchen. Von diesem Wein gab es im Verkauf nur noch 3 Flaschen und als die Rückleuchten des “GULU-Mobils” in der Kurve hinter der Genossenschaft in Britzingen verschwanden gab es dort keine mehr... (aber nicht so wie Sie jetzt vielleicht denken Winken).

Auch hier war es uns nicht möglich, die Zeit unseres längeren Aufenthaltes im Gallushof wieder gutzumachen. OK – wir sind ja nicht bei der Tour de France aber leider kam deshalb eine andere Verabredung zu kurz. Zunächst mussten wir noch nach Staufen fahren und uns von den Hebungsrissen in der Innenstadt überzeugen. Erdwärmebohrungen hatten 2007 zu Hebungen der Gebäude in der denkmalgeschützten Altstadt von bis zu einem halben Meter geführt. Teuer und keine Spaß.

‘Staufen darf nicht zerbrechen’ – dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein wenig bedrückt fuhren wir dann zum Etappenziel des 2. Tages in den Winzerhof Rebstock in Obereggenen. Wie die Genossenschaft in Britzingen war GULU auch diese Adresse bereits bekannt. Hier waren es genau 10 Jahre, dass ich das letzte Mal die Herzlichkeit der Gastgeberin erfahren und ihre vorzügliche Küche im Restaurant genießen konnte. Eigentlich wollte GULU auch die Weine des Winzerhofes in Ruhe verkosten aber mit der Verspätung vom Vormittag verblieb es dann bei einem köstlichen Menü mit begleitenden Weinen. Was heißt hier verblieb – weniger ist oftmals mehr.

Und aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben und GULU versprach, nicht erst wieder in 10 Jahren sondern noch in diesem Jahr wiedereinzukehren. Liebe Frau Scharf, mein Wort d’rauf!

Aber zurück zum Menü: jeder Gang ein Hochgenuss, der heute noch nachhallt und mir immer wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt, wenn GULU sich die kulinarischen Genüsse ins Gedächtnis ruft: Das Kaninchen kalt/warm mit kleinem Frühlingssalat und Gurkeneis nebenbei war leider schon aufgegessen, bevor es abgelichtet werden konnte.

  • Gebratener Felsenoctopus auf Kartoffel-Bärlauchmarinade

  • Kalbsrücken mit Spitzmorcheln und gebackenem Jumbospargel

  • Vanille, Vanille, Vanille

 

Abschließend noch ein – an dieser Stelle wird nicht alles verraten (!) und dann:

Gute Nacht, Freunde ...

 

Fortsetzung folgt: