3. Apr, 2016

Mosel kann Rot

2010 Vinum Regius trocken

Mosel

 

Auch wenn die Mosel in 9 von 10 Fällen mit Riesling gleichgesetzt wird – Rotwein an der Mosel hat eine lange Tradition. Bis ins 19. Jahrhundert dominierten Rote Bugrunder sogar den Moselweinbau und wer hätte gedacht, dass es ein 1893er Spätburgunder von der Saar war, der auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 als bester deutscher Rotwein gekürt wurde. Dann kam allerdings das denkwürdige Jahr 1933 und per Gesetz wurden die Winzer dazu verpflichtet, ausschließlich Weißwein anzubauen. Und es dauerte bis ins Jahr 1986 bis dieses Gesetz endlich geändert wurde und seitdem nimmt der Anbau von roten Rebsorten stetig zu. Wir würden auch sonst wirklich etwas verpassen.

Zum Beispiel diese Bio-Rotwein-Cuvée aus 50% Spätburgunder, 25% Regent und 25% Cabernet Cortis – die beiden letzteren Rebsorten sind pilzwiderstandsfähig (kurz 'PIWI'), die diesem Wein zu seiner Dichte und Komplexität verhelfen. 12 Monate im Barrique gereift zeigt dieser Wein bei ausgeprägter Frucht eine kräftige Struktur und als Jahrgang  2010 macht er noch lange nicht schlapp – außer im Weinkeller des Winzers. Dort hilft auch der Einsatz einer Lupe nichts – ausgetrunken ist er, dieser im wahrsten Sinne des Wortes 'Königliche Wein'.

GULU hat noch ein paar Flaschen und der Nachfolgejahrgang 2012, dem man noch ein wenig Zeit geben sollte, liegt nicht nur auf der Lauer sondern bereits zahlreich in meinem FUNDUS.

Also bitte merken: Mosel kann Rot – und nur wer das nicht probiert hat Grund, sich schwarz zu ärgern.

 

P.S. Keine Sorge – Timo Dienhart kann auch Weiß und wenn ihr ein wenig in seiner Weinkarte schnuppern wollt: hier geht’s lang